Tomaten

Die Tomate ist bei uns das Gemüse Nummer eins, wenn man den Pro-Kopf-Verbrauch betrachtet. 19,5 Kilogramm werden pro Kopf jährlich verzehrt, davon 7 Kilogramm frische Tomaten. Und sicherlich hat die Tomate diesen Platz erobert, weil sie in vielfältiger Form angeboten wird. Auf den Märkten findet man heutzutage neben der altbekannten losen Ware in runder Form oder als Fleischtomaten auch so genannte Baum-, Strauch- und Traubentomaten.

Kaum ein Gemüse macht so viel Freude wie Tomaten. Wer die Anbauregeln kennt, wird durch reiche Ernte belohnt. Die beliebten Tomaten gedeihen auch wunderbar im Topf auf einem sonnigen Balkon. Abpflücken und Reinbeißen heißt die Devise, aber zunächst müssen die Startvoraussetzungen stimmen. Wer im März/April Tomaten selbst ausgesät hat, kann die Pflänzchen ab Mitte Mai ins Freie setzen. 

Klima und Standort

Man gibt Tomaten den wärmsten Standort im Garten, vorzugsweise Plätze vor Südwänden, wo Sonnenwärme zurückgestrahlt wird. Optimal ist der Anbau unter dem schützenden Dach eines Gewächshauses. 

Boden

Tomaten brauchen tiefgründigen, nährstoffreichen Humus, viel Feuchtigkeit und Düngung.

Pflege und Düngung

Tomaten brauchen reichlich Nährstoffe. Bereits vor dem Pflanzen Kompost oder einen (Tomaten-) Volldünger in den Boden einarbeiten. Ab Ende Juni nachdüngen.

Die Früchte sollen im Laubschatten reifen, die Blätter und Früchte brauchen Sonne. Daher nur die bodennahen pilz- und fäulnisgefährdeten Blätter entfernen.

Säen und Pflanzen

In der zweiten Märzhälfte setzt man die Samen in Anzuchtkästen bei Zimmertemperatur. Nach Entfaltung der ersten Blätter mit einem Abstand von 3 bis 5 Zentimeter pikieren. Da Tomaten keinen Frost vertragen, sollte man sie nicht vor dem 15. Mai ins Freiland auspflanzen.

Gepflanzt werden Tomaten mit einem Pflanzabstand von 50 bis 60 Zentimeter. Die etwas schräg liegende Pflanze tief pflanzen, so bilden sich neue Wurzeln aus. An die Wetterseite Stäbe setzen und die Pflanzen nach dem Ausgeizen nachbinden. 

Die richtigen Pflegetipps für Tomaten

Tomaten kann man richtig tief einpflanzen, weil sie auch im unteren Stengelbereich Wurzeln entwickeln.

Bei aufrecht wachsenden Tomaten sollte man regelmäßig die Seitentriebe aus den Achseln abzwicken, damit die ganze Wuchskraft in den Haupttrieb geht.

Tomaten brauchen eine Rankhilfe, an der sie hochgeleitet werden. Gut geeignet sind Spiralstäbe.

Die unteren Blätter werden zuerst von Krankheitserregern befallen. Damit sich diese nicht ungehindert ausbreiten, ist verbräuntes Laub umgehend zu entfernen.

Tomaten sind auf gleichmäßige Wasserversorgung angewiesen. Platzen die Früchte auf, hapert es daran.

Im August wird der Haupttrieb gekappt, damit bereits angelegte Früchte noch ausreifen. Pro Pflanze kann man vier bis fünf Fruchtstände abernten.

Erst die Tomaten abpflücken, wenn sie vollständig rot gefärbt sind, dann schmecken sie am besten. Mit einer leichten Drehbewegung lösen sich die Früchte gut vom Strauch.

Alte Tomatensorten

Die Vielfalt bei Tomatensorten ist groß. Weltweit gibt es etwa 3.000 Sorten. Darunter sind viele kleinfruchtige, runde, rote, gelbe, orange, grüne, gestreifte oder tropfenförmige. Ausgefallene Tomaten sind z.B. die grüngestreifte Tomate ("Grünes Zebra"), die in der Reife gelbgrün mit dunkelgrünen Streifen ist.

Oder die Ananastomate, deren Früchte über 1 Kilogramm schwer werden können. Ein anderes Extrem ist die sehr kleine Johannisbeertomate oder auch die fast weiße "Ghost". Ihre Frucht ist fein, aber dicht behaart. 

Weitere wohlklingende Namen sind "Black Plum" oder "Black from Tula", bei denen die Früchte eine gewöhnungsbedürftige dunkelrot-grüne Farbe haben, manchmal fast schwarz. Ein Blick auf das Saatgutsortiment im Fachhandel oder im Internet kann sich lohnen; Hier findet man ebenso viele außergewöhnliche Formen und Farben. Fast jedes Jahr kommen neue Sorten dazu. 

Zum Beispiel:

  • "Maranello" (runde, intensiv rote Geschmackstomate)
  • "Bolzano" (orange, aromatisch)
  • "Corianne" (langfrüchtig, leuchtend rot)
  • "Dasher" (Pflaumen-Cherrytomate)
  • "Orangino" (orangefarbene Cocktailtomate)
  • "Yellow Pearshaped"(gelb in Birnenform)
  • "Tigerella (Stabtomate, rot-gelb-gestreift)
  • "Laternchen (Stabtomate, eiförmig gelb)
  • "Beauté Blanche (Fleischtomate, weißes Fruchtfleisch)

Mangelsymptome:

Blütenendfäule (Kalziummangel)

Tritt leider nicht an den Blüten auf, sondern an den Früchten mitten in der Erntephase, in der sich jeder auf die leckeren Früchte freut. Am unteren Ende der Tomate entsteht eine braune Stelle, manchmal recht klein, nicht immer so groß wie auf der Abbildung. Das Gewebe wird mit der Zeit wässrig und es bildet sich Fäulnis.

Ursache sind meistens hohe Temperaturen von über 30°C über mehere Tage hinweg. Es gibt Sorten, die etwas anfälliger sind. Des weiteren stellt man es bei Pflanzen fest, die eher am Rand oder an einem Weg des Beetes stehen. Man vermutet dabei, dass an diesen Standorten die Verdunstung im Bodenbereich größer ist und damit die Wassersersorgung der Pflanzen unregelmäßiger.

Vorbeugung:

Aus den oben genannten Gründen sollten die Pflanzen regelmäßig Wasser bekommen.
Im Winter ist auf der Anbaufläche eine Düngung mit kohlensaurem Kalk denkbar. Da unsere Böden jedoch
reichlich mit Kalzium versorgt sind ist es ratsam, dies nicht jedes Jahr zu machen.

Krankheiten und Schädlinge:

Kraut- und Braunfäule: An den Blättern zeigen sich bräunliche Flecken, auf der Blattunterseite bildet sich bei feuchter Witterung ein weißlicher Schimmelrasen. Später vertrocknen die Blätter oder faulen bei feuchtem Wetter. An den Tomatenfrüchten erscheinen braune, leicht eingesunkene Flecken. Das Fruchtfleisch verhärtet und wird schließlich braunfaul. Stark befallene Pflanzen können absterben. Die Kraut- und Braunfäule wird durch einen Pilz verursacht. 

Die Braunfäule entwickelt sich bevorzugt bei feuchtem Wetter. Und wenn es dann noch für ein paar Tage kalt ist (unter 15°C), dann ist der Befall der Pflanzen sehr wahrscheinlich.

Die grauweissen Sporen sind bei ausgeprägtem Vefall als Pilzrasen deutlich sichtbar. Vom Wind oder manchen Insekten werden sie bis zu 500 m weit verbreitet. Wenn die Pflanzenteile, auf denen die Sporen landen, feucht sind, und die Temperatur bei 12° bis 15°C liegt, dann keimem die Sporen innerhalb von wenigen Stunden.

Wenn es kühl (unter 23°C) und feucht bleibt, dann wachsen die Pilze innerhalb von drei bis vier Tagen heran und bilden neue Sporen aus, die sich ihrerseits weiterverbreiten. Durch die schnelle Entwicklung greift die Krankheit zügig um sich.Befallen werden Stengel, Blätter und Früchte.

  • An den Stengeln erkennt man es als dunkelbraune Flecken.
  • Die Blätter werden braun und verwelken.
  • Die Früchte bekommen runzlige, harte Stellen, die immer brauner werden und sich nach und nach über die ganze Frucht ausbreiten.

Vorbeugung

Die wichtigsten Vorbeugungsmassnahmen zielen darauf ab, die Tomatenpflanzen möglichst trocken zu halten.

  • Pflanzen weit genug auseinander setzen, ca. 1 Meter, damit die im Luftzug leicht trocknen können.
  • Niemals von oben giessen bzw. nie beim Giessen die Pflanze befeuchten.
  • Im unteren Bereich die Blätter abschneiden, sobald die Pflanzen hoch genug sind. Dies darf nur bei trockenem Wetter geschehen, damit die Schnittstelle schnell abtrocknet.
  • Regelmässig ausgeizen, damit die Pflanzen nicht zuviel Blattmasse bilden.
  • Die Erde um die Pflanzen kann man mit Folie abdecken, damit die Erde bei Regen nicht hochspritzt.
  • Am besten hilft es, wenn man die Pflanzen vor Regen schützt, beispielsweise durch ein Dach oder ein Gewächshaus. Bei Gewächshäusern muss man für gute Durchlüftung sorgen, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird.

Was tun bei Befall?

Wenn die Pflanzen erstmal von Braunfäule befallen sind, ist eine Genesung schwierig. Falls man es früh genug merkt und nur vereinzelte Blätter betroffen sind, kann man diese bei trockenem Wetter abschneiden. Dadurch kann man, mit etwas Glück, den weiteren Befall der Pflanze etwas verzögern.

Wenn ein Grossteil oder alle Blätter verdorrt sind, ist die Pflanze verloren. Die Pflanzenreste muss man vorsichtig entsorgen und am besten getrocknet verbrennen.